Am Flughafen. Und wieder heule ich wie ein Schlosshund.

Am Flughafen. Und wieder heule ich wie ein Schlosshund.

Am Flughafen. Und wieder heule ich wie ein Schlosshund.

Eigentlich sollte es Routine sein.Mein Sohn lebt in Singapur. Er ist Rechtsanwalt. Hat sich dort etwas aufgebaut, geht seinen eigenen Weg und macht genau das, was man sich als Vater doch eigentlich wünscht: mutig sein, die Welt entdecken, Chancen nutzen.

Und trotzdem erwischt mich dieser Moment jedes Mal. Bis zur Sicherheitskontrolle wird gelacht, über das nächste Treffen gesprochen und noch schnell geprüft, ob wirklich alles im Koffer ist.

Dann kommt die letzte Umarmung.Er dreht sich um, geht durch die Kontrolle und ich stehe da wie angewurzelt.

Beruflich rede ich ständig über internationale Netzwerke, globale Chancen und darüber, dass wir als Gesellschaft unseren Horizont erweitern müssen. Ich finde es großartig, wenn junge Menschen den Sprung nach Singapur, New York oder Dubai wagen.

Aber über die andere Seite spricht kaum jemand.

Darüber, dass ein Vater am Flughafen stehen kann und für ein paar Minuten einfach nur seinen Sohn vermisst.

Vielleicht ist das der Preis dafür, wenn man seine Kinder zu selbstständigen Menschen erzieht.

Man bringt ihnen bei, Flügel zu bekommen und muss lernen, sie fliegen zu lassen. Ich weiß, dass wir uns wiedersehen. Aber leichter wird dieser Abschied deshalb nicht. Und vielleicht ist das auch gut so. Denn manche Tränen sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind einfach der Beweis dafür, dass Liebe und Stolz manchmal genau dieselbe Sprache sprechen. ❤️